Immer Ärger mit Milch?!
Die Laktoseintoleranz
Gliederung:
1. Kurze Einführung ins Thema - Laktoseintoleranz
2. Ursachen und Auslöser
Wie bereits erwähnt ist Grund für eine
Laktoseintoleranz der Mangel des Enzyms „Laktase“. Dabei vertragen betroffene
Menschen Milchzucker (Laktose) nicht oder nur in geringen Mengen. Milchzucker
ist ein natürlicher Bestandteil von Milch und Milchprodukten. Außerdem wird der
Milchzucker auch anderen Lebensmittel zugesetzt. Dabei handelt es sich um einen
Zweifachzucker, welcher nicht direkt von der Dünndarmschleimhaut aufgenommen
werden kann. Dazu muss er in Galaktose und Glukose gespalten werden. Für die
Aufspaltung ist das Enzym „Laktase“ notwendig. Menschen mit einer
Laktoseintoleranz können allerdings entweder gar keine Laktase bilden oder nur
in einem unzureichenden Maße. Der Milchzucker wandert ungespalten vom Dünndarm
in den Dickdarm. Dort dient er den Bakterien als Nahrung. Dabei bleiben
Abfallprodukte übrig, die dann typische Laktoseintoleranz-Symptome auslösen.
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| Abbildung 1 - Mechanismus der Laktoseintoleranz |
Es kann zwischen einer primären und einer sekundären Laktoseintoleranz unterschieden werden:
·
Primäre Laktoseintoleranz:
Die Primäre
Laktoseintoleranz entsteht eigenständig. Der zugrundeliegende Mangel an Laktase
entwickelt sich entweder natürlicherweise im Zuge des Heranwachsens
(physiologischer Laktasemangel) oder besteht von Geburt (neonataler
Laktasemangel) an.
o
Pyhsiologischer Laktasemangel:
Neugeborene
können Laktose normalerweise problemlos Laktose verstoffwechseln. Deshalb
rpoduziert der Körper reichliche Mengen an Laktase. Sobald das Neugeborene von
der Muttermilch entwöhnt wird, geht die Laktase-Bildung deutlich zurück. Daraus
entsteht ein natürlicher physiologischer Laktasemangel. Nehmen Betroffene dann
mehr Milchzucker auf, als die wenige noch vorhandene Laktase im Dünndarm
spalten kann, treten Laktoseintoleranz-Symptome auf.
o
Neonataler Laktasemangel:
Dabei
handelt es sich um eine angeborene Laktoseintoleranz (seltene
Stoffwechselkrankheit) bei Neugeborenen. Aufgrund eines Gendefekts kann von
Lebensbeginn an, überhaupt keine Laktase oder nur wenig Laktase gebildet
werden. Neugeborene bekommen anhaltenden Durchfall von der Muttermilch. Unter
Umständen kann die ungespaltene Laktose über die Magen- und Darmschleimhaut
sogar direkt in die Blutbahn gelangen und dort schwere Vergiftungserscheinungen
hervorrufen. Folge ein lebenslanger Verzicht auf Laktose.
·
Erworbene (sekundäre) Laktoseintoleranz
Im Unterschied zur primären
Laktoseintoleranz ist die sekundäre Laktoseintoleranz die Folge einer anderen Erkrankung
wie beispielsweise chronische Darmerkrankungen, Magen-Darm-Infektionen oder
Nahrungsmittelallergien. Eine sekundäre Laktoseintoleranz kann verschwinden,
wenn sich die Schleimhautzellen im Darm erholt haben.
3. Symptome (vgl. Grosser & Feichter, 2021)
4. Diagnose und Selbsttest
Die Laktoseintoleranz lässt sich
hinsichtlich den typischen Symptomen jedoch nicht eindeutig diagnostizieren,
denn Magen-Darm-Beschwerden treten auch bei anderen Unverträglichkeiten auf. Eine
Idee wäre es, eine Zeitlang Tagebuch zu führen, in welchem alle Mahlzeiten und
auftretende Beschwerden dokumentiert werden. Dies kann bei einer
Diagnosefindung sehr hilfreich sein.
Für einen Selbsttest muss für eine gewisse
Zeit auf Milch und Milchprodukte verzichtet werden. Anschließend wird eine
Milchzuckerlösung getrunken, um zu schauen, wie der Körper darauf reagiert.
Ebenfalls ist auch ein
Laktose-Toleranz-Test mit einer Blutzuckermessung vor und nach dem Trinken
einer Milchzuckerlösung möglich. Wenn der Milchzucker nicht verwertet werden
kann, steigt der Blutzuckerspiegel durch die Trinklösung nicht an.
Des Weiteren gibt es den
Wasserstoff-Atemtest. Die Darmbakterien produzieren beim Zersetzen des
Milchzuckers Wasserstoffgas, welches in der Ausatemluft nachgewiesen werden kann.
5. Behandlung
·
Ernährung:
Mit einer laktosearmen beziehungsweise laktosenfreie Ernährung, können Symptome meist vermieden oder verringert werden. Die Ernährung sollte so angepasst werden, dass möglichst wenig Beschwerden auftreten. Dazu darf dem Körper nur so viel Milchzucker zugeführt werden, wie er vertragen kann. Dies lässt sich allerdings nur durch Ausprobieren herausfinden. Um eine laktosefreie Ernährung planen zu können, ist es wichtig, den ungefähren Laktosegehalt von Lebensmittel zu kennen. Dieser ist sowohl von Produktart als auch Produktsorte abhängig. Beispielsweise gilt beim Käse allgemein: Je länger der Käse gereift ist, desto niedriger ist der Laktosegehalt. Daher werden Hartkäse wie Parmesan meist gut vertragen. Bei Milchprodukten wie Joghurt und Quark ist zu beachten, dass Fruchtzusätze und Fettgehalt den Gehalt an Milchzucker verändern.
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| Abbildung 2 - Laktose- und milchfreie Lebensmittel |
·
Laktosefreie Produkte für Menschen mit
Laktoseintoleranz
Die Industrie hat in den letzten Jahren vermehrt
laktosefreie Produkte auf dem Markt gebracht. Diese Produkte enthalten kaum
oder keinen Milchzucker und sind speziell gekennzeichnet. Als „laktosefrei“
dürfen Produkte bezeichnet werden, die weniger als 0,1 Gramm Laktose pro
100Gramm Nahrungsmittel enthalten. Diese geringen Mengen werden von Menschen
normalerweise problemlos vertragen.
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| Abbildung 3 - MinusL |
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| Abbildung 4 - LAC |
6. Laktoseintoleranz bei Kindern
Treten bei Kindern ab einem Alter von
ca. 10 Jahren wiederkehrende Bauchschmerzen auf, ist die Laktoseintoleranz die
zweithäufigste Ursache hierfür. Bis zu 25% dieser Kinder haben eine
Laktoseintoleranz. Eine Laktoseunverträglichkeit entwickelt sich zwar vielfach
erst im Jugend- und Erwachsenenalter, kann aber auch bereits Kinder betreffen.
Eltern sind im Hinblick auf die
Laktoseintoleranz ihren Kindern oftmals sehr verunsichert und wissen nicht
genau, worauf sie achten müssen und welche Lebensmittel von nun an verboten
sind.
Tipps für einen Umgang bei einer Milchzuckerunverrtäglichkeit des Kindes:
- Umfeld informieren: Da vor allem kleine Kinder noch nicht mit einer Laktoseintoleranz umgehen können, sollte das komplette Umfeld des Kindes (Großeltern, Erzieher, Lehrer, Freunde, …) darüber informiert werden, auf welche Nahrungsmittel das Kind verzichten muss
- Etiketten: Laktosegehalt eines Nahrungsmittels unter 1g Laktose pro 100g Lebensmittel
- Ernährung umstellen: Für Kinder stellt eine Laktoseintoleranz ein größeres Problem als bei Erwachsenen dar, weil sie für ihr Wachstum viel Kalzium benötigen. Es sollte darauf geachtet werden, dass Gerichte gekocht werden, die viel Kalzium enthalten. Lebensmittel wie beispielsweise Brokkoli, Fenchel, Grünkohl, Bananen und Feigen enthalten viel Kalzium
- Auf laktosefreie Produkte zurückgreifen
- Präparate gegen Laktoseintoleranz
7. Fazit
Was ist eine
Laktoseintoleranz?
Für
die Aufspaltung des Milchzuckers ist das Enzym „Laktase“ verantwortlich. Ohne
das Enzym gelangt der Milchzucker ungespalten in den Dickdarm, wo Bakterien ihn
zersetzen. Folgen sind Magen-Darm-Beschwerden oder Symptome außerhalb des
Magen-Darm-Trakts.
Ursachen einer
Laktoseintoleranz?
Es
ist natürlich, dass wir mit zunehmendem Alter weniger Laktose vertragen. Die
Stärke der Unverträglichkeit ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
Darmerkrankungen können die Laktase-Bildung verringern.
Wie teste ich eine Laktoseintoleranz?
Es
empfiehlt sich ein Wasserstoff-Atemtest oder das Führen eines Tagebuchs, sowie
die Messung des Blutzuckerspiegels nach Einnahme von Milchzuckerlösungen
Wie behandelt man eine
Laktoseintoleranz?
Auf
laktosehaltige Lebensmittel verzichten und allmählich langsam Milch und
Milchprodukte in die Ernährung wiedereinführen und schauen, welche Mengen
beschwerdefrei ertragbar sind. Auf Basis dieses Wissens kann eine
Dauerernährung festgelegt und die Speisen bedarfsdeckend und beschwerdefrei geplant
werden.
Laktoseintoleranz bei
Kindern?
Laktoseintoleranz
erweist sich bei Kindern im Gegensatz zu Erwachsenen als eher problematisch.
Die Ernährung sollte umgestellt werden und die Kinder sind auf Unterstützung im
Umfeld angewiesen.
Wie
steht ihr zur Einnahme von Präparaten gegen Laktoseintoleranz?
Wie
könnte ein Umgang in der Schule mit dem Thema Laktoseintoleranz aussehen vor
allem in Bezug auf das Essen in der Schulmensa?
Lasst
mir gerne einen Kommentar mit euren Gedanken da.
Alicia Hermann
Literaturverzeichnis:
Grosser, M.
& Feichter, M. (2021). Laktoseintoleranz. https://www.netdoktor.de/krankheiten/laktoseintoleranz/
Jossé, S.
(2017). Laktoseintoleranz beim Kind:
Symptome, Diagnose, Therapie. https://www.mein-allergie-portal.com/laktoseintoleranz/1071-laktoseintoleranz-beim-kind-symptome-diagnose-therapie.html
Lindt, R. Laktoseintoleranz beim Kind erkennen und
behandeln. https://www.familienleben.ch/gesundheit/therapien-hilfe/laktoseintoleranz-beim-kind-erkennen-und-behandeln-6562#:~:text=Laktoseintoleranz%20bei%20Kindern%3A%20Das%20Wichtigste%20im%20%C3%9Cberblick%201,laktosearmer%20Ern%C3%A4hrung%20k%C3%B6nnen%20die%20Beschwerden%20behoben%20werden.%20
Müller,
C. (2022). Laktoseintoleranz:
Nicht alle Milchprodukte unverträglich.
https://www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungswissen/gesundheit/unvertraeglichkeiten-frei-von-im-trend/laktoseintoleranz/
S., D. (2022). Kinder mit Laktoseintoleranz:
Symptome und Beschwerden für Sie erklärt. https://www.kita.de/wissen/laktoseintoleranz-kinder/
Abbildungsverzeichnis:
Abbildung
1 Mechanismus der Laktoseintoleranz Grosser, M.
& Feichter, M. (2021).Laktoseintoleranz. https://www.netdoktor.de/krankheiten/laktoseintoleranz/
Abbildung 2 Laktose- und
milchfreie Lebensmittel https://www.cerascreen.ch/blogs/gesundheitsportal/laktoseintoleranz
Abbildung 3 Minus L https://www.marktguru.de/rb/rewe-center/minus-l
Abbildung 4 LAC https://www.discounto.de/Angebot/Schwarzwaldmilch-LAC-Sahne-




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